Archiv der Kategorie 'rumgezeter'

power out

diese woche findet weltweit die sogenannte israel apartheid week statt. veranstaltungen, diskusionsrunden und ganz viele akribisch verfasste flugblätter werden auf, in und um verschiedenste universitäten verteilt, gehalten und ganz wichtig die moralische wahrheit wird von vornehmlich studentischen aktivisten hinausposaunt. es gibt also für alle one-world idioten wieder genug zu tun, nur leider nicht in deutschland, in dem sich keine einzige universität an dem schaulaufen der autoritären charakter und ihrer antizionistischen banden beteiligt. das ist für ihre deutschen gesinnungsgenossen natürlich ein herber schlag in den sodaplexus, den man aber ganz einfach erklären kann, zumindest wenn es nach den parnoikern von meinparteibuch geht

Die zwanghafte Solidarität mit Israel, ganz gleich wie viele Verbrechen das Regime begeht, ist in Deutschland Staatsräson und ist so dogmatisch, dass sie vermutlich zutreffender mit dem Begriff Staatsreligion beschrieben wäre. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig, doch natürlich spielen der von deutschen Faschisten verbrochene Holocaust, der von deutschen Faschisten verbrochene zweite Weltkrieg und die daraus entstandene Situation dabei eine zentrale Rolle.

aber natürlich gibt man sich mit so einer simplen erklärung nicht zufrieden, wenn man sonst jeden vogelschiss zum zeichen einer zionistischen verschwörung aufbauschen kann, also geht es weiter

Der Weg für die von den Machthabern in den USA gewünschte antikommunistische Wiederaufrüstung und Westeinbindung der Bundesrepublik Deutschland als Exportnation war frei, zionistische Organisationen und Israel kamen zu Geld, um neue Immigranten nach Israel anzulocken und so den kolonialen Siedlerstaat nach den Vorstellungen der dortigen Machthaber durch größere Reinheit jüdischen Blutes zu festigen und alte Nazis konnten in der Bundesrepublik Deutschland von Zionisten ungestört ihre Karriere fortsetzen, und wie schon unter Hitler einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen, nämlich der politischen Verfolgung von Linken, nachgehen

und schon weiß man wie die geschichte wirkliche verlief, nicht die juden, sondern die linken sind die eigentlichen opfer aus einer nachkriegsverschwörung von henker und ,nach ansicht der parteibuch menschen, vermeinten opfer. angesichts solch perfider wahrheitsresitenz ist auch im redaktionsbüro tag der runtergeklappten kinnladen angesetzt und man schließt mit teddy und max:

Demokratisch besteht er auf Gleichberechtigung für seinen Wahn, weil in der Tat auch die Wahrheit nicht stringent ist. Wenn der Bürger schon zugibt, daß der Antisemit im Unrecht ist, so will er wenigstens, daß auch das Opfer schuldig sei

Adorno/Horkheimer, Elemente des Antisemitismus.

i would hurt a fly

göttingen, südniedersachsens bisweilen unerträgliche provinzhauptstadt, kann mal wieder von sich reden machen. gestern abend durchsuchten polizisten häuser des wohnprojektes in der roten straße , die sie in zusammenhang mit einem anschlag auf die göttinger ausländerbehörde brachten.
ein vorgehen das die göttinger linke, allein schon in sorge um ihren ruf, so nicht durchgehen lassen will. es drehen sich also wieder die mühlen der linken antirepressionsarbeit. die ersten säcke von demoaufrufen und stellungnahmen sind bereits ausgeliefert, und ihr inhalt schmeckt sonderbar pelzig. kein wunder, kann man ja erstens endlich mal wieder rumopfern und zweitens und vielleicht noch viel wichtiger kann man überhaupt endlich mal wieder …. irgendwas machen.
so reden die weltrevolutionäre von der redical m in einer ersten erklärung von der hausdurchsuchung als vorläufige[n] Höhepunkt der anhaltenden Hetze und Repression gegen Linke in Göttingen . das verhalten der polizei , das wohl in den augen der örtlichen umsganze fraktion irgendwie kampangenartig organisiert ist (leider nicht antinational, sonst könnte man da vielleicht potentielle bündniss partner sehen), hat nun seinen ersten climax gefunden. wieso das ganze? richtig da gab es ja laut der redical einen Brand in der Teeküche nahe der Ausländerbehörde des Landkreises . in einem anderen aufruf zu der demo, der bei monsters einsichtig ist, ist die rede von willkürliche[r] Kriminalisierung linker Strukturen und einer nicht tragbaren Diffamierung antirassistischer Praxis. worin allerdings die antirassistische praxis besteht die hier diffamiert werden soll, bleibt die beliebte linke leerstelle,
der anschlag kann es nach der eigenen stellungnahme kaum sein, denn antirassitische praxis kennzeichne sich dadurch, dass sie ausdrücklich Menschenleben schützen will. die hausdurchsuchungen bezogen sich nun aber auf einen anschlag, der aus einem gezündeten brandsatz an einem freitag vormittag in einer teeküche der ausländerbehörde bestand, ausdrücklich leben retten wollte dieser wohl kaum.
den gipfel der selbstbeweihräucherung erklomm allerdings die microphone mafia am schnellsten. auf ihrem konzert meinten diese sich wohl zu der bemerkung hinreißen lassen zu müssen, es sei eine Frechheit, dass es am Tag der Befreiung einen Einsatz gegen Linke gegeben habe.
da ist man erstaunt, wo die besondere frechheit eines polizei einsatzes liegt, an einem tag an dem selbst die arbeit des bäckers und das einkaufen im supermarkt wie eine frechheit erscheinen mögen.
da nun aber linke hysterie immer zweistufig verläuft, erst erschrecken und entsetzten und danach wackeres kämpfen für bürgerrechte, kann man wohl gespannt sein, denn der zweite akt ist als demo für samstag angesetzt.

things fall apart

adorno zitate sind bisweilen jene funkelnden diamanten mit denen linke, insbesondere jene die an dieser selbstbezeichnung wider der möglichkeit des besserwissens festhalten, bisweilen versuchen jeden müll, wie zum beispiel ideologiekritische aktionstage, zu rechtfertigen.
man fühlt sich dialektisch und kritisch, ganz besonders dann, wenn man es erfolgreich schafft sie in anderswo zusammen geklaute fließtexte einzubauen.
angesichts veranstaltungsankündigungen wie dieser

In diesem Vortrag möchte ich – begrenzt durch meine Perspektive als Kranke Schwarze nicht-trans Hetera – eigensinnige und vielstimmige Erfahrungsweisen von ›Behinderung‹ und ›Krankheit‹ aus den Perspektiven Nicht-/ Behinderter Frauen und Queers of Color vorstellen.

fällt auch der redaktion cosmojl nichts weiter ein als hysterisches lachen und ein zitat der alten heulsuse teddy w.

Bei manchen Leuten ist es schon eine Unverschämtheit, wenn sie ich sagen.

theodor w. adorno, minima moralia

standpunkt eines nicht-schwarzen, nicht-behinderten, nicht-dummen nicht-wirklich-dicken, zumindest-sehkraft-mäßig-teilweise-doch-wieder-eingeschränkten und-irgendwie-weder-queer-noch-trans-noch-homo menschen.

our and in and in and out

das linke idiotie, wie alles, um der haltung willen, immer antinational oder auch grenzenlos zu sein hat, stellt bedauerlicherweise kein hinreichendes hindernis für die träger dieser haltung dar, sich öffentlich zu äußern. das diese grenzenlose idotie sich besonders gerne im internet ihre bahnen bricht ist zwar wahrlich keine neue erkenntnis, doch überrascht sie einerseits immer wieder und ist seinerseits zumindest hinreichender grund für selbsternannte linden-lover ihre eigene geistigen unzulänglichkeiten im lichte jener, die wahrlich konstant die messlatte weiter nach unten schieben, zu sonnen.
traurig ist wohl einzig der bezugspunkt des letzteren ereignisses dar, die am sonntag durch hamburg ziehende demo des bündnisses gegen hamburger unzumutbarkeiten. was im grauen hannover, wo die gewalt selbst aus der nicht-ästhetik jeder häuserfasade tropft, wohl amüsant erscheint, ist in der tat ein eher trauriger sachverhalt. zu den der demo vorrausgegangenen ereignissen, bzw. den wiedereinmal konkretisierten gewaltphantasien hamburger tungend-kiez-milizien, braucht hier wohl nichts mehr gesagt werden3. erschütternd ist lediglich, dass diese ereignisse zum anlass nehmend auch die letzte restvernunft in der hamburger linken sich kollektiv zu pulverisieren versuchte.
mit der geste der ausgestreckten hand wurde versucht den friedfertigen gesamtantizionisten in der hamburger linken gegen den gewalttätigen gesamtantisemiten auszuspielen. überraschenderweise1hat ersterer die hand aus- und letzterer bloß ob der polizeipräsenz nicht zugesschlagen. dieses vohersehbare ergebniss muss und sollte, da ist dem resümee der mecklemburger blog monade useless zu wiedersprechen, explizit dem bündniss angelastet werden.
denn wie die hamburger linke ihr nicht-verhalten ritualmäßig zelebriert2, dass war voher bekannt und das sie sich nicht verhalten würde obwohl ihr durch jedewede mögliche form der realitätsverdrängung der hof gemacht wurde, dass war zu erwarten.

erwähnenswert bleibt bloß noch das flugblatt der intelektuellen wortführer der im ostzonalen elendszuständen gefangenen, welches die wesentlichen punkte trifft.

  1. not [zurück]
  2. mit in kleingruppen am rand stehen und betont unaufällig aussehen [zurück]
  3. gute und detallierte informationen darüber findet google in sekundenschnelle [zurück]

moving to new york

alljährlich wird in deutschlands möchtegern metropole frankfurt während der buchmesse der friedenspreis des deutschen buchhandels verliehen. wo der name des besagten preises bereits übles erahnen lässt da verdeutlicht sich beim ort der veleihung, der frankfurter paulskriche dass das böse verdacht sich wohl erhärten wird. denn wenn in deutschland der ruf nach frieden mit dem spirituellen segen christlicher einrichtungen verbunden wird, dann sollte dem selbst dem abgneigtesten zuschauer klar sein, hier wird deftig aufgetischt. folgerichtig erhielt der italienische schriftsteller claudio magris, dem eben jenes wohl die liebste beschäftigung ist, den friedenspreis. wagemutig ist er einer von vielen millionen friedensfreunden europas, die sich stehts als selbsternannte minderheit ihrer schier übermächtigen feinde in form von bös kleingeistigen nationalstaaten und dem vermeintlich zu ökonomisch geprägten europäischem staatenbund entgegenstellen. der „engagierten Visionär der kulturellen Identität eines zukünftigen Europa“ und gegner der unzähligen kriege die seit dem zweiten weltkrieg stattfanden, zählt zu eben diesen auch den „dritte Weltkrieg“.
dieser habe, so claudio magris, geschätzten „20 Millionen Tote nach 1945“1 verursacht, welche aber „im Unterschied zu denen des Zweiten Weltkriegs, so gut wie unbekannt“ bleiben würden und man möchte hinzufügen, vermutlich wegen westlicher arroganz und dieser ganzen opfergruppen sache nach dem zweiten. wie so oft bei dem frieden zugeneigten europäischen und insbesondere deutschen geistern, verweisst die naivität in der wortwahl, denn böse ist herr magris den opfern des zweiten weltkrieges wohl kaum, auf die erschreckende simplizität des denkens. denn in europa gehe heute ein gespenst des populismus um, dass sich, so will es magris wohl ausdrücken, in einer irgendwie vorhanden ungeduld gegenüber dem gesetz ausrücke. was dieses gespenst nun sei, das wird nicht konkretisiert, aber eins wissen wir ja alle, das hat was mit der ökonomie zu tun die offensichtlichen wiedersprüche in der eigenen denke, werden durch die form der lax aneinandergereihten vorwürfe kaum wahrgenommen, denn was magris vorträgt trifft den zeitgeist mitten ins herz. zwar ist der amtierende präsident der usa, auch ein friedenspreisträger, mal wieder jemand der das bedürfnis nach dem guten welt-souverän zumindest ansatzweise zu erfüllen scheint und dessen retorisches geschick sich wohl eben wie dass von herrn magris mehr in form von hoffen und hoffnung machen äußert, doch dem guten und friedfertigen europäer ist europa immer noch der liebste friedenspolizist.
doch nicht nur mit seinem traum vom „geeinte[n] Europa […] – natürlich dezentralisiert“ als friedensmacht, liegen die verbalen einwürfe des herrn magris auf der linie der freunde der guten und netten welt.
passend zu der polemik gegen ein vermeintlich zu ökonomisches europa, bringt magris auch den furror gegenüber dem partikularen in der gesellschaft zum ausdruck, wenn er fordert das individualrecht und gemeinwohl miteinander gedacht werden müssen. was aber passiert, wenn dem wirklich einmal konsequent gefolgt werden würde, dass mag man sich selbst in den übelsten träumen kaum vorstellen. denn utilitaristisches denken als staatsräson, der zugriff auf die freiheit jedes einzelnen zum wohle des restes, ist etwas das zum glück durch die vielgescholtene repräsentative demokratie noch verhindert werden kann.

  1. zitate nach http://www.szon.de/news/kultur/aktuell/200910181173.html [zurück]