the pushers party

die alma mater postmoderner realitätsverweigerung judith b. meldet sich mal wieder ganz rebellisch zu wort. diesmal allerdings nicht im herbeihalluzinieren „progressiver elemente“ im islamischen raket-verbund hamastan-hisbullah-iran, sondern im äußerst wiederständigen auflehnen gegen die etablierten, ergo bösen, veranstalter des csd in berlin.
zu butlers rede, die man sich wenn mans nötig hat auch auf youtube reinwürgen kann, mit der sie ihre ablehnung des zivilcourage preises des csd’s begründet soll hier garnicht so viel gesagt werden, was gäbe es da auch schon mehr zu erwähnen als den üblichen instrumentalisierungs-müll den sie von sich gibt, wenn sie abermahls die schaffung schwul-politischer-super menschen fordert und sich in folge entäuscht von diesen abwendet, weil sie einfach nur ungestört ihrer sexualität fröhnen und ausdruck verleihen wollen. auch sonst wäre die debatte wohl kaum der erwähnung wert, immerhin bleibt sie in jenen mustern verfangen, in denen sich die berliner pomo und gefo szene um den hass-prediger flügel der berliner humboldt universität auch sonst aufhält.
das muster bleibt gleich, die „sexuell devianten“ (so man denn in anything goes zeiten noch davon sprechen kann ohne anachronistisch zu sein) wollen nicht mehr, als ganz partikulare selbstrepräsentation und interessenartikulation. das kann und will man ihnen nicht durchgehen lassen, immerhin sind sie das (vor)letzte revolutionäre subjekt, des körper- und lustfeindlichen akademischen establishments. jeder hinweis auf das problematische verhältnis islam – sexuelle devianz verkommt in dem technokratischen experten-sprech zum „rassistischen und islamophoben spezialdiskurs“1. doch obwohl die veranstalter frau butler richtig darauf hinweisen, dass die mehrheit der csd besucher wohl zunächst ihr eignes interesse, zb. nachts im park rummachen können ohne körperlich bedroht zu werden, am wichtigsten ist, springen andere in genau die gleiche theoretische bärenfalle, die auch bei frau butler gefühlt seit anfang der neunziger am fuß hängt.

die gruppe (oder der blog oder was auch immer) „NO HOMONATIONALISM“ [sic!] fühlt sich durch die auseinandersetzung genötigt auch mal stellung zu beziehen und bringt auf gleiche weise das neue (jetzt aber wirklich gute) r.s., die „queers of color“ in stellung gegen das alte, also inzwischen böse, r.s. die weißen schwulen. die sind nämlich ein ganze menge, zu vorderst aber nicht gegen „Rassismus, Krieg, Grenzen, Polizeigewalt und Apartheid “. aber, weil man als gefo b.a. ja weiß, kritik kann nicht nur an nicht-vorhandenen kategorien ausgeführt werden (denn der csd ist in gleicherweise auch nicht offensiv gegen klimawandel, die wiedereinführung des mcrib, die fußball wm, hugo chavez und was einem sonst noch einfällt) geht man auch mal ganz diskursanalytisch milimeter tief in die materie und, bingo, findet direkt einen kritikpunkt.

Das Berliner CSD Motto 2008: ‚Hass du was dagegen?’ Homophobie und Transphobie werden hier als Probleme von Jugendlichen of Colour umdefiniert, die anscheinend nicht richtig Deutsch können, deren Deutschsein immer hinterfragt bleibt, und die schlicht nicht dazugehören.

das man mal kurz aus deutschen jugendlichen „jugendliche of colour“ macht, also die hautfarbe zum zwecke des rassismus vorwurfes überhaupt erst in den zusammenhang einführt, das sei hier mal geschenkt, dass man aber die eigene unfähigkeit die deutsche sprache zu verstehen und/oder zu interpretieren auf eben diese projeziert und gleichzeitig noch so tut als wäre die projektion ursprünglich durch das csd motto erfolgt, das ist nun wirklich eine dreistigkeit sondergleichen.

  1. in gleicher weise in den genitalverstümmlung zur „female genital modulation“ und das kopftuch zum „schutz vor den heteronormativen blick(oder so)“ wird. [zurück]