Archiv für Januar 2010

i would hurt a fly

göttingen, südniedersachsens bisweilen unerträgliche provinzhauptstadt, kann mal wieder von sich reden machen. gestern abend durchsuchten polizisten häuser des wohnprojektes in der roten straße , die sie in zusammenhang mit einem anschlag auf die göttinger ausländerbehörde brachten.
ein vorgehen das die göttinger linke, allein schon in sorge um ihren ruf, so nicht durchgehen lassen will. es drehen sich also wieder die mühlen der linken antirepressionsarbeit. die ersten säcke von demoaufrufen und stellungnahmen sind bereits ausgeliefert, und ihr inhalt schmeckt sonderbar pelzig. kein wunder, kann man ja erstens endlich mal wieder rumopfern und zweitens und vielleicht noch viel wichtiger kann man überhaupt endlich mal wieder …. irgendwas machen.
so reden die weltrevolutionäre von der redical m in einer ersten erklärung von der hausdurchsuchung als vorläufige[n] Höhepunkt der anhaltenden Hetze und Repression gegen Linke in Göttingen . das verhalten der polizei , das wohl in den augen der örtlichen umsganze fraktion irgendwie kampangenartig organisiert ist (leider nicht antinational, sonst könnte man da vielleicht potentielle bündniss partner sehen), hat nun seinen ersten climax gefunden. wieso das ganze? richtig da gab es ja laut der redical einen Brand in der Teeküche nahe der Ausländerbehörde des Landkreises . in einem anderen aufruf zu der demo, der bei monsters einsichtig ist, ist die rede von willkürliche[r] Kriminalisierung linker Strukturen und einer nicht tragbaren Diffamierung antirassistischer Praxis. worin allerdings die antirassistische praxis besteht die hier diffamiert werden soll, bleibt die beliebte linke leerstelle,
der anschlag kann es nach der eigenen stellungnahme kaum sein, denn antirassitische praxis kennzeichne sich dadurch, dass sie ausdrücklich Menschenleben schützen will. die hausdurchsuchungen bezogen sich nun aber auf einen anschlag, der aus einem gezündeten brandsatz an einem freitag vormittag in einer teeküche der ausländerbehörde bestand, ausdrücklich leben retten wollte dieser wohl kaum.
den gipfel der selbstbeweihräucherung erklomm allerdings die microphone mafia am schnellsten. auf ihrem konzert meinten diese sich wohl zu der bemerkung hinreißen lassen zu müssen, es sei eine Frechheit, dass es am Tag der Befreiung einen Einsatz gegen Linke gegeben habe.
da ist man erstaunt, wo die besondere frechheit eines polizei einsatzes liegt, an einem tag an dem selbst die arbeit des bäckers und das einkaufen im supermarkt wie eine frechheit erscheinen mögen.
da nun aber linke hysterie immer zweistufig verläuft, erst erschrecken und entsetzten und danach wackeres kämpfen für bürgerrechte, kann man wohl gespannt sein, denn der zweite akt ist als demo für samstag angesetzt.

education

claudio casula hat sich auf spirit of entebbe die mühe gemacht ein kleines faq für den umgang mit antizionistischen friedensfreunden zu schreiben.
rausgekommen sind perlen wie diese

Wer die islamofaschistische Hamas als Wohltätigkeitsverein mit angeschlossener Jagdsportabteilung verharmlost, ist nur darauf aus, ihr unverdiente Legitimität zu verschaffen. Die aber nützt niemandem außer den bärtigen Gotteskriegern selbst, die ihrerseits ihre Daseinsberechtigung aus dem Kampf gegen Israel herleiten, was schon ihr Name belegt, und deshalb haben sie in einem „Friedensprozess“ soviel zu suchen wie ein Kinderschänder im Hort. Wer dem Nahen Osten etwas Gutes tun will, boykottiert die Hamas (am besten: zieht sie aus dem Verkehr); wer sie hoffähig machen will, ist an der Fortführung des Konflikts bis zum St. Nimmerleinstag interessiert ist, soviel ist sicher.

im zweifel für den zweifel

The raw malice that the Goldstone Report evinces toward Israel, the one party about which the panelists can say nothing good (as opposed to their exuberant, repeated praise for the “resilient” people of Gaza), demonstrates convincingly that the source of the imbalance lay in the UN committee’s mental structure. More information would have meant nothing. In the commissioners’ jaundiced view of the conflict, the Israeli leadership’s guilt for premeditated murder on a mass scale was taken as a philosophical given, a first premise not open to logical challenge.

hillel neuer vom ngo unwatch über gut gemeinte hinweise und ihre folgen im goldstone report.

things fall apart

adorno zitate sind bisweilen jene funkelnden diamanten mit denen linke, insbesondere jene die an dieser selbstbezeichnung wider der möglichkeit des besserwissens festhalten, bisweilen versuchen jeden müll, wie zum beispiel ideologiekritische aktionstage, zu rechtfertigen.
man fühlt sich dialektisch und kritisch, ganz besonders dann, wenn man es erfolgreich schafft sie in anderswo zusammen geklaute fließtexte einzubauen.
angesichts veranstaltungsankündigungen wie dieser

In diesem Vortrag möchte ich – begrenzt durch meine Perspektive als Kranke Schwarze nicht-trans Hetera – eigensinnige und vielstimmige Erfahrungsweisen von ›Behinderung‹ und ›Krankheit‹ aus den Perspektiven Nicht-/ Behinderter Frauen und Queers of Color vorstellen.

fällt auch der redaktion cosmojl nichts weiter ein als hysterisches lachen und ein zitat der alten heulsuse teddy w.

Bei manchen Leuten ist es schon eine Unverschämtheit, wenn sie ich sagen.

theodor w. adorno, minima moralia

standpunkt eines nicht-schwarzen, nicht-behinderten, nicht-dummen nicht-wirklich-dicken, zumindest-sehkraft-mäßig-teilweise-doch-wieder-eingeschränkten und-irgendwie-weder-queer-noch-trans-noch-homo menschen.

we have got everything

Im weiteren schreiben die Genoss_Innen der ILL „weil Frauen am meisten unter den Kriegen und ihren Folgen leiden müssen.“ Wir sagen, daß muß nicht länger so sein. Die israelischen Frauen haben es vorgemacht und wir möchten Frauen überall auf der Welt dazu aufrufen sich aktiv an den Kämpfen zu beteiligen. Frauen raus aus der Opferrolle rein in den Tarnanzug!

aufruf der antifaschistischen aktion luedenscheid gegen/für eine demo der internationalistischen linken lüdenscheid.
da gibts ärger an der autobahnabfahrt.