a litle less conversation

der sturm hat sich gelegt, die „days of thunder“ göttingens sind sozusagen erstmal durch.
szenetratsch ist glücklicherweise, dank der personen aus dem umfeld der ali ,wohl für die nächsten fünf monate genug vorhanden.
aber um die berichte mal zu komplettieren, nachdem montag sonja witte einen wirklich interessanten vortrag gehalten hat, bei dem mal garnichts passiert ist (booooring), durfte ja am dienstag gleich die komplette les madeleines truppe im auftrag des [ak:a] ran.

und diese veranstaltung hat wirklich alles gehalten was ich mir erhofft hatte.

es begann mit der beliebten rudelbildung vor der tür des apex, wo sich vermutlich die komplette göttinger definitionsmacht szene eingesammelt hatte und wild gestikuliierend sowie artikulierend versuchte klar zu machen, das man „nicht auf diese veranstalung“ gehe könne, weil man ja sowieso schon „so (männlich; anmerkung d. v.) aussieht“ und generell, man (damit war dann wohl das [ak:a] und die les madeleines, die sich wagemutig dem mob stellten) würde ja „gar keine gegenvorschläge machen“ wohingegen der mob, oder teile dessen „feministische politik“ im hier und jetzt betreibe.
nach diesen ganzen und noch viel mehr amüsanten kommentaren und erlebnissen sollte dann auch die veranstaltung beginnen, wo gleich zu beginn eben jene straffen antisexistInnen durch patriarchales redeverhalten (lauter tonfall, dazwischenrufen, empörte tonalge), prollig mackerige handlungen, erstmal mit dem arsch auf den kassier tisch setzten und sich geil dabei fühlen uvm. auffiehlen.
nachdem dann noch von einer person implizit der vorwurf des sozial chauvinismus‘ in den raum gestellt wurde, ist ja auch blöd wenn ganze 1€ eintritt genommen werden, gings dann los.

insgesamt eine wirklich interessante veranstaltung, mit sehr hellen momenten, deren quintessenz ich jetzt mal als folgende argumentation benennen würde:

die/das definitionsmacht/recht, ist abzulehnen, weil sie exakt das, was sie erreichen vorgibt, nicht einhalten kann, nähmlich die wiederherstellung bzw wiederbemächtigung der von sexueller gewalt betroffen person. die instrumente, die die definitionsmacht dazu zur verfügung stellt tun nämlich erstmal nichts weiter, als der betroffenen real den handlungsspielraum einzuschränken, durch tausend verschiedene unterstützerInnen kreise und so weiter, den an ihr begangenen übergriff oder die grenzüberschreitung defacto aus ihrer hand zu reißen, da eben nichts weiter gesagt werden soll als „vergewaltigung“ um dem unterstüzerInnen kreis freie hand zu lassen, was der betroffenen verwehrt ihre lage als eine von anderen verschiedene zu begreifen, zu benenen und daraus sich selbst (natürlich mithilfe von freundInnen) zu ermächtigen schritte einzuleiten und konsequenzen zu ziehen. damit wird der realen umgang mit sexueller gewalt und übergriffen zum ticket denken gemacht, bei dem man sich durch ein simples bekenntnis, seiner moralischen nicht verstrickheit in die böse welt versichern kann.
wirkliche hilfe und solidarität mit betroffenen sieht anders aus.

(ich hoffe ich habe das jetzt korrekt wiedergegeben, wenn nicht bitte ich um korrekturen)


1 Antwort auf “a litle less conversation”


  1. 1 Meine armen Ohren! | Dorfdisco knows best Pingback am 05. November 2008 um 22:16 Uhr
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