Archiv für August 2008

the world is shit, and you are sooo in it

die gwg köln und die frankfurter gruppe morgenthau, sind mal wieder für ein pamphletchen aus ihren gruften geklettert. kritisiert wurde das bereits hier und so halb dumm hier.
aber um mal anzufangen,

Solange er sich nicht von der Unantastbarkeit der religiösen Offenbarung distanziert – d.h. vom Koran als Wort Gottes –, wird es nur verschiedene Abstufungen eines grundsätzlich barbarischen Normensystems geben. Egal, welche muslimische Vereinigung man sich anschaut, man wird bei jeder von ihnen diese eingangs zitierten reaktionären Denkmuster, wenn auch vielleicht in mal milderer, mal radikalerer Form, finden. Daraus folgt, dass eine substantielle Unterscheidung zwischen Islamismus und Islam keinen Sinn macht, sondern das eigentliche Problem nur verschiebt und verdrängt.

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das die beiden gruppen, wohl kaum die grundsätze jeglicher muslimischen organisationen nach „menschenfeindlichkeit“ durchleuchtet haben, ist ihnen wohl selbst klar, trotzdem zu dieser schlussfolgerung zu kommen ist also höchstundiferenziert, ergo bullshit.
das es im islam, wie in allen anderen weltreligionen eben auch liberale strömungen und gruppen gibt, läßt zwar im umkehrschluß nicht darauf schließen, das der koran, voll progressiv wäre, nur das er eben auch in der sakuläsierten form zu haben ist.
wie beim christentum, emanzipieren sich auch im islam menschen, von der strikten, regressiven und antimodernen ausrichtung, machen damit die religöse ideologie zwar nicht besser, aber hey es ist eine religion.
(nur so, im christentum gab und gibt es durchaus auch den gottestaat)

[…] so feiern sie allen Ernstes „Welfare-States, Staatssozialismus oder sozialdemokratischen Korporatismus“ ab, deren Aufgabe bedauerlicherweise „die Krisen auf politischer und sozialer Ebene verschärft und zu einem Kontroll- und Legitimationsverlust der politischen Systeme geführt“ habe. Anstatt sich über einen solchen angeblichen Legitimationsverlust zu freuen und kräftig daran mitzuarbeiten, ihn noch zu verstärken, also die Kritik zur Krise zu radikalisieren, übt der AK sich in ein Krisenbewusstsein ein, das ihn vielleicht doch einmal mit den Muslimen an einen Tisch bringen könnte.

so schwachsinnig es scheint, sich über „wellfare-staaten“ zu freuen, so verständlich ist es doch einzusehen, das dieses politisch/wirtschaftliche ordnung immerhin 2-3 brotkrumpen mehr rausschmeißt, die aber für einige gesellschaftliche schichten durchaus ein deutlich angenehmeres leben bedeuten können.
da ist es doch durchaus schwachsinniger immer noch auf der „krisen-theorie“ rumzureiten.
das menschen in krisenzeiten, also wenn das alltägliche leben beschissener wird, sich plötzlich in cosmopolitische kommunisten verwandeln, statt in reaktionäre dumpfbacken die sie voher waren, ist doch arg an den haaren herbeigezogen.

Was die europäischen Rechtsdemokraten und Nazis mit dem radikalen Islam gemein haben und wofür sie ihn bewundern, das ist die Abkehr vom westlichen Individualismus, dem organische Kollektivität entgegengestellt wird. Auch sie sind trotz aller Reden vom „Abendland“ vom antiwestlichen Ressentiment getrieben, das sich aus einem romantischen Eigentlich- und Ursprünglichkeitskult speist, der dem der Salafisten in nichts nachsteht. Doch von solchen Verbindungen will der Antifa AK nichts wissen.

was den nazis am polit. islamismus gefällt sind die bomben, die waffen und der ganze antiwestliche müll.
was den rechtspopulisten am selbigen gefällt, ist ein bischen anders, wird aber von der gwg schon angedeutet. trotz ihrem herumreiten auf „westlichen/abendländlichen“ werten, finden sie den islamismus eigentlich ganz nett, weil er in der lage ist, die säkularisierung von staaten aufzuheben, etwas von dem hc strache und companos auch träumen.
abendländlich ist in ihrer weltsicht nichts weiter als christlich-bürgerlich, oder besser noch, nur christlich. polit. moderne, aufklärung, individualismus und fortschritt, all das was die gwg und die gm wohl meinen, wenn sie von „westlich“ sprechen, sind für sie (die patriotInnen), trotz großen phrasengedresches schimpfwörter, die die heimat beschmutzen. darin ist man sich mit den islamistInnen einig und beweist, das es eben auch christliche fundamentalisInnen gibt, die trotzdem nicht der beweiss für die regrissivität jeglicher christen sind.

aber zu guter letzt, nur aus scheiße, wie sich das so mancher bewgungs antifa wünschen würde, besteht der text nicht und mit diesem statement:

Indem die Rassisten von Pro Köln und Co. nicht als besonders widerwärtige Sorte von Demokraten gefasst werden, sondern als „Rechtsradikale“, positioniert sich der AK auf Seiten der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung, die als Norm abgefeiert wird, von der man nicht abweichen dürfe.

treffen die beiden gruppen durchaus einen guten punkt.

  1. dieses und alle weiteren zitate stammen aus dem text der gewg und der gm http://gwg-koeln.50webs.com/text_scheitern_als_programm.html [zurück]

i hate these krauts

adorno pwnt gehlen.
und zwar richtig.
als interessante kleine randnotiz, gehelen äußer ca. in der mitte des interviews einmal sinngemäß, das man ja all dieses reflektieren und so, was er (und natürlich auch adorne, bei dem er sich durchgehend anzubiedern sucht) durchgemacht habe, ja dem ganzen dummen tölpel nicht zumuten könne.
sich frei schwimmen nennt er das dann.

1933 tritt er in die NSDAP ein und wird als Privatdozent auch Mitglied im NS-Dozentenbund. Nach Paul Tillichs (1886-1965) Entlassung wegen eines kritischen Artikels gegen die nationalsozialistischen Machthaber emigriert dieser nach New York; Gehlen folgt dann vertretungsweise Paul Tillich auf dessen Lehrstuhl an der Universität Frankfurt nach, erhält aber 1934 nach einer Zeit als Assistent von Hans Freyer (1887-1969) einen Lehrstuhl für Philosophie am Institut für Kultur- und Universalgeschichte (vor 1933 Institut für Soziologie) in Leipzig.

letztenendes verdeutlich gehlen aber nur die ohnmacht und bedeutungslosigkeit, konservativer philosophie, er blubbert die ganze zeit vor sich hin, schafft es aber weder rethorisch noch argumentativ adorno irgendwie in die ecke zu drängen.

all the arms

läuft und kommt an

the weight of the world

am 30.8 findet im plan b in hamburg die Buffy the Vampire Slayer Summer School 2008 statt.

Und doch eignet der Teenager, der, nach den Worten seines Mentors, very much in the now lebt, sich zugleich die fernseheigene Zerstörung von Geschichte als Utopie an: als Wunsch, entlastet zu werden von archaischen Monstern, alten Prophezeiungen, dem Alp der toten Geschlechter.

anschließend werden auch ausgewählte episoden angeschaut und auf die vorher festgestellten analytischen schlüsse überprüft.

super!

you are in the industry

verbraucherschützerInnen und don quijote hatten ja schon immer gewisse ähnlichkeiten, aber seit den neusten „datenskandalen“ wirds immer deutlicher.

Billen forderte gemeinsam mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar, und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Bernd Carstensen, schärfere Gesetze gegen Datenmissbrauch und eine bessere Verfolgung der Straftaten

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das gerade der bdk sich gegen „datenmissbrauch“ in der wirtschaft einsetzt, läßt sich durchaus als zynisch betrachten, wo doch sonst datenspeicherung bejubelt wird. nicht nur das die armen verbraucherschützerInnen die ganze zeit gegen windmühlen anlaufen und einer nach „innerer sicherheit“ schreienden gesellschaft als liberales feigenblatt dienen, jetzt haben sie auch noch beschißene freunde.

egal kopf hoch, lanze grade gehalten und auf in den kampf!

  1. http://www.tagesschau.de/inland/datenschutz104.html [zurück]